From the Fool’s Latitude by Petia Ganeva

Diese ungeschliffenen Gedanken sollten mir dabei helfen, die Romanstruktur  zu determinieren. Sie stellen nicht den Roman dar! Sie sind nicht mit dem Roman gleich zu setzen!

Er hat mich angeschrieben und gleich das erste Märchen erzählt. Schön formuliert, poetisch, romantisch, achtungsvoll. So fühlte sich in diesem Moment an. Es muss ein charmanter, liebevoller Mann sein. So dachte ich.

Ich war nicht von ihm angetan, sondern lediglich von seinen Märchenworten. Seine Worte passten zu seinem Profil, insbesondere zu seinem Foto überhaupt nicht. Das  Foto war fotographisch manipuliert. Schon zu Beginn hatte ich kein gutes Gefühl. Aber weil ich gut erzogen war, antwortete ich ihm höfflich und mit Respekt zurück. Allein für die Mühe, die er sie gemacht hat, diese schön polierten Worte zu schreiben, meldetete ich mich bei ihm zurück. Wie oft hat er sie an andere Frauen geschickt? Diese Frage stellte ich mir damals  leider nicht . Ich habe ihm dieses erste Märchen geglaubt.

So schrieb er mir weiter und erzählte mir noch mehr Märchen und ich habe ihm erneut geglaubt. Er sei ein guter, ehlricher Mann und alles, was er auf seinem Profil geschriben hat, sei die Wahrheit. insbesondere, dass er 37 war, ledig und Fotograph vom Beruf.

Aber ich konnte mich nicht auf Kommando verlieben. . Denn Gefühle kann man nicht erzwingen. Weder Liebe noch Hass kann ich zumindest nicht auf Befehl empfinden.

Er fing mir allmählich von seinem Leben zu erzählen und ich manchmal von meinem. Es stellte sich heraus, er macht gerade eine Ausbildung aus Fotograph und ist gerade dabei, sich beruflich zu realisieren. Gleich setzte sich mein Helfersyndrom in Gang ein und ich fing an ihn zu motivieren und unterstützen. Ich analysierte und lobte seine Fotos und er kritisierte kleinkariert meine wissenschaftliche Arbeit, sie sei zu intellektuell formuliert und geschrieben.

Mit jeder Unterhaltung die Diefferenzen zwischen uns vertieften sich, aber ich bemühte mich, dich zu ignorieren und ihn zu idealisieren, in der Hoffnung ich könnte mich in ihn verliebenm weil ich bedauerlicherweise auch von den gesellschaftlichen Schablonen infiziert war und dachte , ich brauche unbedingt einen Mann, um glücklich zu sein, um vollkommen zu sein, um ich sein. So dachte ich damals, Heute nicht mehr.

Ich fing an, mir einzubilden, ich sei in ihn verliebt und ignorierte , wie er mich klein machte und manipulierte während dessen sein Ego wuchs.

So sehr ich mir eingebildet hatte, in das Märchenonkel verliebt zu sein, ein persöhnliches Treffen mit ihm verschob ich immer wieder. Weil ich Angst davor hatte, auf eine unangenehme Wahrheit zu stoßen oder weil ich Angst hatte, abgelehnt zu werden.  Weil ich mich wohl doch nicht binden wollte?

Wir trafen uns erst nach drei, vier Monaten das erste Mal persöhnlich und ich sah, wie der Traum vom Mann fürs Leben laut im meinen Herz krachte. Der Mann, der vor mir stand mit einer im Zeitungspapier gewickelten Rose, war nicht der Mann, der im meinen Kopf Walzer tanzte. Ich habe es mir so sehr gewünscht.

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